Bischof Nikolaus auf Visitationsreise

Für den Nikolaustag hatte sich die Schwesterngruppe der unter 65-Jährigen eine Überraschung für ihre Mitschwestern ausgedacht:  Bischof Nikolaus samt Engelschar besuchte das Dreifaltigkeitskloster in Laupheim.

Zu der Gruppe gehörte der „Hofstaat“ des Bischofs: die Engel Liobel, Janael, Christeel, Annael und in Abwesenheit Gabriel. Sie waren sozusagen die dienenden Geister, die den Bischof begleiteten und ihm in der Durchführung der Visitation zur Seite standen.

Der erste Auftritt fand zur Kaffeezeit bei der Gruppe der sogenannten Seniorinnen und bei den Bewohnerinnen der Pflegestation statt. Voller Erwartung empfingen sie den Bischof, der unter den Klängen der Ouvertüre vom Te Deum von Marc Antoine Charpentier (Eurovisionsmelodie der ARD) ins Speisezimmer einzog. Man konnte in den Gesichtern der Schwestern andächtige Spannung beobachten.    

Nach der gereimten Begrüßung nahm der „himmlische Besucher“, ein gut gelungenes Visitationsexamen bei den Schwestern ab und äußerte seine volle Zufriedenheit über das „hohe Niveau“ der Schwestern, die dann auch ihrerseits mit einem Gedicht und einer Geschichte, sowie einem Lied aufwarteten. Der „himmlische Hofstaat“ bediente die Schwestern mit Plätzchentellern, Mandarinen und Süßigkeiten und verabschiedete sich mit lobenden Worten und zog zu den Trompetenklängen des vorgenannten Komponisten wieder aus.

Nach dem Abendessen der Schwesterkommunität im zweiten Stock stand der Nikolausbesuch dort an. Es sollte nach einem ähnlichen Protokoll ablaufen. So stand wieder am Anfang der Einzug mit den festlichen Klängen der Musik von Charpentier. Das stimmte die Schwestern auf das wichtige Ereignis ein, und ließ sie aufmerksam der gereimten Begrüßung des Bischofs und dem Ablauf der Formalitäten des Protokolls lauschen. Zum Visitationsexamen bewegte sich der Bischof von Tisch zu Tisch und stellte unterschiedlich schwere Prüfungsfragen, die mit vereinten Kräften beantwortet wurden, so z.B.: Was war das Thema des letzten und was ist das Thema des bevorstehenden Generalkapitels? Zum Schluss des Examens rückte das „himmlische Heer“ der dienenden Geister wieder aus, um die Schwestern mit Plätzchentellern, Nüssen, Mandarinen und getrockneten Apfelschnitzchen zu bedienen. Als Sonderzulage gab es auch Glühwein.                                                                                                               

Der Nikolaus verabschiedete sich mit dem Kompliment: „Jetzt habt ihr euch aber gut geplagt und meistens die richtige Antwort gesagt. Ja, manchmal habt ihr sogar den Nagel auf den Kopf getroffen und dürft jetzt auf die verdiente Belohnung hoffen.“ Beim anschließenden Zusammensein kam eine fröhliche und entspannte Stimmung auf, bei der niemand Eile zum Weggehen hatte. So hatte diese Feier auch einen geistlichen Aspekt, da viele offen und heimlich bei der Vorbereitung mitgewirkt haben durch Ideen, Plätzchen backen, Teller richten, Glühwein kochen, Tischdeko richten usw. Man konnte spüren, wie der Hl. Geist viele angeregt und eingespannt hatte.                                                                                                                                 

Noch am Tag darauf schwärmten viele: So ein schönes Gemeinschaftsfest! Das macht Lust auf Wiederholung.

Sr. Petra L. Rimmele

 

PS.: Natürlich passte sich der „himmlische Hofstaat“ den hiesigen Gepflogenheit an und ließ sich vor dem Besuch auf Corona testen. Alle waren negativ. Gott sei Dank!